Eine präzise Positionierung und Fokussierung sind entscheidend für gleichmäßige und zuverlässige Ergebnisse bei der Lasergravur. Diese Anleitung zeigt die wichtigsten Schritte für die effektive Nutzung der Rotlichtvorschau, die Kalibrierung ihrer Ausrichtung auf den tatsächlichen Gravurbereich sowie die Erkennung häufiger Probleme, die Positionierung und Fokus beeinflussen können.
1. Überblick
1.1 Was ist die Rotlichtvorschau?
Die Rotlichtvorschau projiziert die Kontur eines Gravurmotivs vor der Bearbeitung auf das Werkstück. Sie dient als visuelle Referenz, mit der Sie die ungefähre Gravurposition und Größe des Motivs überprüfen und den vorgesehenen Bearbeitungsbereich vor dem eigentlichen Gravurvorgang kontrollieren können.
Wichtig: Das rote Licht dient lediglich als Hilfs- und Positionierungsanzeige und ist nicht der eigentliche Bearbeitungslaser. Die Rotlichtvorschau kann bei der Positionierung helfen und als Referenz für die Fokussierung dienen, ersetzt jedoch keine tatsächliche Testgravur.
2. Rotlichtvorschau aktivieren
Die folgende Vorgehensweise gilt für Lasermarkierungssoftware wie LightBurn. Die genaue Benutzeroberfläche kann je nach Softwareversion und Gerätekonfiguration abweichen.
Schritt 1: Rotlicht-Ausgang aktivieren
Aktivieren Sie den Rotlicht-Ausgang in den Software- oder Geräteeinstellungen.
Schritt 2: Gravurmotiv erstellen und auswählen
Erstellen Sie das gewünschte Gravurmotiv in der Software und wählen Sie die Grafik aus.
Schritt 3: Rotlichtvorschau starten
Klicken Sie in der Werkzeugleiste der Software auf Frame.
Schritt 4: Projizierte Kontur überprüfen
Das rote Licht projiziert die Kontur des ausgewählten Motivs auf die Oberfläche des Werkstücks. Überprüfen Sie anhand der projizierten Kontur, ob Position und ungefähre Größe des Gravurbereichs vor Beginn der eigentlichen Bearbeitung geeignet sind.
3. Kalibrierung der Rotlichtvorschau
3.1 Warum muss die Rotlichtvorschau kalibriert werden?
Wenn die projizierte Rotlichtkontur nicht mit dem tatsächlichen Gravurergebnis übereinstimmt, müssen Position und Größe des Rotlichtsystems möglicherweise kalibriert werden. Eine korrekte Kalibrierung sorgt dafür, dass die Vorschau den tatsächlichen Gravurbereich möglichst genau wiedergibt.
3.2 Kalibrierungsverfahren
Schritt 1: Referenzmotiv erstellen
Erstellen Sie das em-smart-Referenzmotiv in der Software und positionieren Sie es mittig im Arbeitsbereich.
Schritt 2: Tatsächliche Testgravur durchführen
Gravieren Sie das Referenzmotiv auf dem Werkstück. Das tatsächliche Gravurergebnis dient anschließend als Referenz für die Kalibrierung der Rotlichtvorschau.
Schritt 3: Rotlichtkontur mit dem Gravurergebnis vergleichen
Aktivieren Sie die Rotlichtvorschau und vergleichen Sie die projizierte Rotlichtkontur mit dem tatsächlich gravierten Motiv.
Schritt 4: Rotlichteinstellungen öffnen
Gehen Sie zu Device Settings → Galvo and Basic Settings → Red Dot.
Schritt 5: Position und Skalierung des Rotlichts anpassen
Passen Sie X Offset, Y Offset, X Scale und Y Scale in kleinen Schritten an. Wiederholen Sie die Vorschau und den Vergleich, bis die Rotlichtkontur mit dem tatsächlichen Gravurergebnis übereinstimmt. Speichern Sie anschließend die Einstellungen.
| Parameter | Einstellung | Ergebnis |
|---|---|---|
| X Offset | Erhöhen | Verschiebt die Rotlichtkontur nach rechts |
| X Offset | Verringern | Verschiebt die Rotlichtkontur nach links |
| Y Offset | Erhöhen | Verschiebt die Rotlichtkontur nach oben |
| Y Offset | Verringern | Verschiebt die Rotlichtkontur nach unten |
| X Scale | Erhöhen | Vergrößert die Grafik entlang der X-Achse |
| X Scale | Verringern | Verkleinert die Grafik entlang der X-Achse |
| Y Scale | Erhöhen | Vergrößert die Grafik entlang der Y-Achse |
| Y Scale | Verringern | Verkleinert die Grafik entlang der Y-Achse |
Nach der Kalibrierung sollte die Rotlichtvorschau sowohl hinsichtlich der Position als auch der Größe möglichst genau mit dem tatsächlichen Gravurergebnis übereinstimmen.
4. Häufige Fehler und wichtige Sicherheitshinweise
4.1 Sich ausschließlich auf die Rotlichtkontur verlassen
Falsch: Die Rotlichtkontur als einzige Referenz verwenden und ohne Testgravur direkt mit der Produktion beginnen.
Empfohlen: Betrachten Sie das rote Licht als Positionierungsreferenz und führen Sie vor der Serienproduktion eine Testgravur am ersten Werkstück durch.
4.2 Sich überschneidende rote Lichtpunkte mit dem optimalen Fokus gleichsetzen
Falsch: Davon ausgehen, dass die beiden roten Lichtpunkte bei ihrer Überlappung automatisch die optimale Fokusposition anzeigen.
Empfohlen: Sich überschneidende rote Lichtpunkte dienen als Referenz für die Fokussierung, garantieren jedoch nicht in jedem Fall den tatsächlichen optimalen Laserfokus. Bei hochpräzisen Anwendungen sollte die Fokusposition durch einen Fokus-Gradiententest überprüft werden.
4.3 Davon ausgehen, dass die projizierte Größe zu 100 % genau ist
Falsch: Davon ausgehen, dass die projizierte Rotlichtkontur immer exakt der Größe des Gravurmotivs entspricht.
Empfohlen: Kalibrieren Sie die Skalierung des Rotlichts, damit die Vorschau die tatsächlichen Abmessungen des Gravurmotivs möglichst genau wiedergibt.
4.4 Direkten Blick in den Rotlichtpunkt vermeiden
Schauen Sie nicht direkt in den Rotlichtpunkt. Vermeiden Sie eine unnötige direkte Exposition gegenüber der Lichtquelle und beachten Sie die Sicherheitshinweise für Ihr Lasersystem.
4.5 Nach Wartung oder Erschütterungen neu kalibrieren
Wenn der Galvo-Scanner oder die Feldlinse ausgebaut und wieder installiert wurde oder das Gerät einem stärkeren Stoß ausgesetzt war, muss das Rotlichtsystem neu kalibriert und die tatsächliche Fokusposition überprüft werden, bevor die Produktion fortgesetzt wird.
4.6 Besondere Hinweise für transparente und stark reflektierende Materialien
Bei transparenten oder stark reflektierenden Werkstücken können Reflexionen dazu führen, dass sich die roten Lichtpunkte verschieben. In solchen Fällen ist die Doppel-Rotlicht-Fokussierung möglicherweise keine zuverlässige Referenz. Verwenden Sie stattdessen eine Testgravur oder einen Fokus-Gradiententest, um die tatsächliche Fokusposition zu bestimmen.